Haus des Gebets | 1907-2007 | Synagoge in Straubing

8. November 2007 bis 3. Februar 2008

Eine Ausstellung des Gäubodenmuseums Straubing anlässlich des 100‑jährigen Bestehens der Straubinger Synagoge mit Unterstützung von Bet Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der TU Braunschweig.

Schon bald nach der Stadtgründung 1218 dürften sich, wohl vor allem im Geldgeschäft tätig, in der heutigen Rosengasse einige Juden niedergelassen haben. 1338 wurde die Judengasse angezündet und ihre Bewohner vertrieben oder ermordet. Schließlich verbannte Herzog Albrecht III. 1442 alle Juden aus Straubing.

Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen neuerlich Juden nach Straubing und begründeten hier 1897 eine Gemeinde, die am 4. September 1907 ihre Synagoge einweihte. Nach Plänen des Straubinger Baufirma Dendl errichtet, zählt die Synagoge zu den repräsentativ jüdischen Kultbauten, die um 1900 in Bayern entstanden und das jüdische Selbstbewusstsein widerspiegeln. Der eindrucksvolle Bau in neuromanischen Formen hat, obgleich während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geplündert und verwüstet, als einer der wenigen jüdischen Kultbauten in Bayern das Dritte Reich überstanden und dient gegenwärtig als einzige Synagoge Niederbayerns der zweit größten Israelitischen Kultusgemeinde Bayerns als Haus des Gebets und der Versammlung.

Das 100-jährige Bestehen nimmt das Gäubodenmuseum, unterstützt durch Bet Tfila‑Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa (TU Braunschweig), zum Anlass den Bau der Straubinger Synagoge anhand von Plänen zu dokumentieren sowie mit Modellen und Bild-Text-Montagen die Bauaufgabe Synagoge vorzustellen.

Parallel zeigt das Gäubodenmuseum in Zusammenarbeit mit Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) die Ausstellung „Juden in Deutschland heute. Photographien von Edward Serotta“.

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