Sonderausstellung: »…ein anmaßend schönes Ding«. 700 Jahre Straubinger Stadtturm

Als Wahrzeichen der Stadt steht der mächtige gotische Stadtturm mit seinen fünf Spitzen, 68 Meter hoch aufsteigend, mitten auf dem lang gestreckten Stadtplatz.

1316 als Wachturm vor Feuer und Feind begonnen, wurde er bis in das 16. Jahrhundert ausgebaut. In den Obergeschossen liegen die Wohnung des Stadttürmers, der Wachgang sowie die Glockenstube. Der Türmer hatte auf den Ausbruch von Feuer zu achten und musste sich annähernde Reiter oder Schiffe anzeigen sowie die Zeit zu vermelden. So diente die Feuerglocke auch als Uhrglocke, wie die Inschrift aus dem Jahre 1406 besagt: »Ych kundoz di czeit di uns got tag und nacht geit.« Der letzte Türmer verrichtete seinen Dienst bis 1927.

War 1782 in einer der frühesten Stadtgeschichten Straubings der Turm noch als »die größte Zierde von Straubing … die Fünfe grad!« charakterisiert worden, so erwog man im Zuge der Demolierung der Stadtbefestigung 1806/1807 kurzzeitig auch den »großen, sehr überflüssigen Turm« bzw. diesen unnützen »Zahnstocher« abzureißen. Doch heute eröffnet das »anmaßend schöne Ding«, wie ihn der Schriftsteller Josef Martin Bauer 1968 bezeichnete, dem Besucher einen herrlichen Blick auf die mittelalterliche Stadtanlage, das moderne Straubing, die Donau, den Gäuboden und weit in den Bayerischen Wald hinein. Anlässlich seines 700-jährigen Bestehens beleuchtet eine Sonderausstellung die Geschichte des Straubinger Stadtturms, seinen Bau wie auch seine Funktion für die Stadt, seine Bedeutung für den Alltag in der Stadt, ebenso wie seinen Aufstieg zum Wahrzeichen der Stadt. Zur Ausstellung ist eine reich bebilderte Publikation erschienen (162 S. / 12,80 Euro).

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