Historischer Verein für Straubing und Umgebung

Mit dem Weggang Wimmers 1888 schliefen die Bemühungen um die „Historische Sammlung” ein. Erst der 1898 gegründete Historische Verein für Straubing und Umgebung nahm sich ihrer wieder an. So propagierte man die „Weckung und Förderung des historischen Sinnes” sowie die Betreuung und Förderung der Historischen Sammlung.

Mit der ehrenamtlichen Leitung durch den Historischen Verein veränderte die Sammlung ihren Charakter. Zunehmend trat die archäologisch bestimmte Lokalforschung in den Vordergrund. Doch auch die allgemeine, stadt- und kulturgeschichtliche Sammlung profitierte von der nunmehr kontinuierlichen Betreuung. Hinzu kamen nach 1900 auch neue Sammlungsgebiete, wie z.B. Zeugnisse der Volkskunst, welche von den Vertretern der sich seit 1880 formierenden Heimatschutzbewegung gepflegt wurde. Die deutliche Vermehrung der Sammlung führte bald zu Raumnöten. So zog man 1908 in das ehemalige Patrizierhaus in der Fraunhoferstraße 23.

Unterstützt durch das Generalkonservatorium in München, dem Vorläufer des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, wurde die Neuaufstellung 1910 abgeschlossen, und die Bedeutung der Sammlung folgendermaßen beurteilt: „Bei den prähistorischen Altertümern der Sammlung handelt es sich um ein wissenschaftlich sehr bedeutsames Material, wie es in bayerischen Lokalmuseen in ähnlicher Reichhaltigkeit höchstens noch in Dillingen anzutreffen ist, während die Bestände der kunst- und kulturgeschichtlichen wie lokalgeschichtlichen Abteilung annähernd mit denen der reichhaltigsten Lokalmuseen Südbayerns überhaupt verglichen werden können”.