Konzeption

Das Gäubodenmuseum Straubing reicht als Historische Sammlung der Straubing bis in das Jahr 1845 zurück als die historisch gewordenen Gegenstände des städtischen Zeughauses erstmals öffentlich zugänglich ausgestellt wurden. Die vornehmlich stadtgeschichtlichen Bestände wurden durch die Sammlungstätigkeit des 1898 gegründeten Historischen Vereins, dessen jeweiliger Vorstand bis 1982 ehrenamtlich das Museum leitete, beträchtlich vermehrt. Gleichzeitig erhielt die Sammlung aufgrund der Grabungstätigkeit des Historischen Vereins zunehmend eine archäologische Ausrichtung, die bis in die Gegenwart deutlich geblieben ist. Bedingt durch die Vermehrung der Sammlungen verlegte man 1908 das Museum – 1938 in Gäubodenmuseum unbenannt - in ein ehemaliges Bürgerhaus, welches bis heute - erweitert um zwei angrenzende Gebäude -  das Museum beherbergt.

Seit 1977 vollzieht sich die Neuaufstellung der Sammlung, ab 1982 unter der Federführung eines hauptamtlichen Museumsleiters, der zugleich die Stadtarchäologie organisatorisch wie fachlich leitet.

In der Präsentation folgt das Gäubodenmuseum, welches sich neben den stadt- und kulturgeschichtlichen Entwicklungen vornehmlich auch als überregional ausstrahlende Sammelstelle für die Archäologie des Gäubodens versteht, einer linearen Zeitschiene. Dieser Zeitschiene - Vor- und Frühgeschichte, Römerzeit, Bajuwaren, Stadtgeschichte mit Sakraler Kunst und Volksfrömmigkeit – entspricht zugleich die Führungslinie. Der durch die weiten Lössflächen bedingte Reichtum des Gäubodens, des Donaubeckens zwischen Wörth an der Donau und Künzing, sorgte dafür, dass die Menschen aus allen Epochen reiches kulturgeschichtliches  Material hinterlassen haben. So kann das Gäubodenmuseum mit seinen Sammlungen aus Straubing und Umgebung 7000 Jahre Menschheitsgeschichte lückenlos in hoher Qualität präsentieren.

Einzelne Bereiche der angesprochenen Abteilungen befinden sich derzeit in der Planungs- bzw. Umsetzungsphase, so dass gegenwärtig auch noch kein behindertenfreundlicher Zugang für alle Abteilungen möglich ist. Die Fertigstellung aller Abteilungen sieht zudem Raum für mediale Didaktikhilfen als auch für museumspädagogische Einrichtungen vor.

Neben den Dauerausstellungen beleuchten jährlich wechselnde Sonderausstellungen zahlreiche weitere Facetten Straubings wie Kunst, Alltagskultur oder Archäologie und machen diese erlebbar.

Darüber hinaus strahlt das Gäubodenmuseum Straubing mit seiner archäologischen Schwerpunktsetzung auch in die Stadt aus:

So findet sich im Tiergarten Straubing (www.tiergarten.straubing.de) als Beispiel für die mitteleuropäische Architektur vor 7000 Jahren die Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Bauernhauses. Im Inneren der Rekonstruktion, die u.a. auf Befunden der Stadtarchäologie fußt, informiert eine Dauerausstellung über das Leben der ersten Bauern in der Region sowie die Entstehung von Haus- und Nutztierrassen.

Ab Frühherbst 2008 wird neben dieser archäologischen Vermittlungseinheit der östlich vom Stadtzentrum angelegte Römerpark, welcher sich im Bereich der archäologisch gegrabenen Kastelle und Wohnbereiche befindet, Eindrücke vom Leben in römischer Zeit geben.

Unterstützt werden diese Unternehmungen nicht nur seitens der Stadt Straubing als Museumsträger, sondern auch durch den Historischen Verein für Straubing und Umgebung e.V., dessen Vorsitzender bis zur Bestellung eines hauptamtlichen Museumsleiters im Jahr 1982 in Personalunion das Gäubodenmuseum Straubing und die archäologischen Grabungen leitete. Bis heute ist der Historische Verein (www.hv‑straubing.de) mit seiner Geschäftsstelle und Bibliothek dem Gäubodenmuseum Straubing verbunden, zumal die Unterstützung der städtischen Sammlungen erklärtes Vereinsziel ist. 

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